In Partnerschaften insbesondere der Paarbeziehung erleichtert es die Kommunikation wenn beide Partner in der Lage sind, ihre Bedürfnisse in Kontakt zu bringen und auch dem anderen Partner Bedürfnisse zuzugestehen.

 

Dabei ist es hilfreich den Unterschied zwischen „Wollen“ und „einem Bedürfnis“ zu kennen:

  •  „Wollen“ beschreibt ein (meist kindliches) Verlangen das SOFORT erfüllt werden soll.  Wird das Verlangen nicht erfüllt wird „geschmollt“ mit Liebesentzug „gestraft“ oder sonst etwas angestellt, um den anderen spüren zu lassen dass man sehr enttäuscht ist. Das „Wollen“ spielt sich folglich weitgehend im Unbewussten ab.
  • „Bedürfnis“ beschreibt das Wahrnehmen der eigenen Bedürftigkeit. Ob und wann das Bedürfnis erfüllt wird bzw. ob ich es überhaupt in Kontakt bringen will ist eine bewusste Entscheidung.

Es ist also nicht primär das Bedürfnis bzw. Verlangen sondern der Umgang damit.

Ich kann also nicht erwarten, dass der Partner mein Bedürfnis sofort oder überhaupt erfüllt. Dann wäre es wieder „Wollen“  .

Die Psychologiewissenschaft hat sich ausführlich mit den Bedürfnissen auseinandergesetzt:

Ein sehr bekannter Vertreter ist die „Maslowsche Bedürfnishierarchie“. Durch sie wird deutlich, dass wir zunächst grundlegendere Bedürfnisse wie z.B. Nahrung, Unterkunft, Gesundheit, eine sichere Arbeitsstelle benötigen bevor wir uns den sozialen Bedürfnissen und in Folge den individuellen Bedürfnissen bis hin zur Selbstverwirklichung zuwenden können. Quelle Wikipedia.org                      
(siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Maslowsche_Bedürfnishierarchie

 

 

 

Es ist nicht immer leicht aus dem „Stand“ die eigenen Bedürfnisse zu benennen. Häufig erscheinen diese in der jeweiligen Situation. Oder sie sind „Selbstverständlichkeiten“ bis sie einmal nicht bzw. nicht mehr da sind.

In der Paarbeziehung wichtige Bedürfnisse:

  • Gemeinschaftsgefühl / Gefühl zusammenzugehören (z.B. durch gemeinsame Unternehmungen)
  • Nähe / körperliche Zuwendung / Sexualität
  • Raum für sich selbst (Ausleben eigener Hobbies, Schreiben, Lesen)
  • Selbstverwirklichung (Hobbies, Beruf)

Wann ist der passende Zeitpunkt ein Bedürfnis in Kontakt zu bringen?

Meistens kann das Bedürfnis direkt geäußert werden. Falls das nicht möglich ist kann man dem Partner auch signalisieren, dass es einem gerade nicht gut geht aber man erst später darüber sprechen kann.
(Falls möglich kann noch dazugesagt werden, dass es nicht darum geht den Partner in Frage zu stellen – da so eine Situation sich erstmal sehr komisch für den Partner anfühlen kann.)

Es ist gut, nicht zu lange damit zu warten, da andernfalls die Emotionen hinter dem Bedürfnis abflachen.

Z.B: Möchte ich gerne ins Kino und der Film läuft am Abend kann ich direkt meinen Partner fragen:
„Ich habe gesehen dass einen schöner Film im Kino kommt, schau mal ob auch Du Lust darauf hättest“.

→ Daraus kann entstehen:

  • Beide gehen ins Kino
  • Einer geht, der andere ist froh etwas Zeit für sich zu haben
  • Keiner geht ins Kino, da geplant war, dass Freunde kommen (ggf. überrascht der Partner dann an einem anderen Abend mit Kinokarten für diesen Film!)
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